Schlauch- und Reifenwechsel

Zeit­auf­wand

15 — 60 Minuten

Benö­ti­ges Werkzeug

  • Reifen­he­ber
  • Luft­pumpe
  • ggfs. Maul­schlüs­sel
  • Flick­zeug

Schwie­rig­keit

gering

Benö­tige Ersatzteile

  • ggfs. Mantel/Schlauch/Felgenband

Schritt 1

Um den Mantel eines Rads zu entfer­nen, muss zunächst das Lauf­rad ausge­baut werden. Dazu wird zunächst das Fahr­rad au Sattel und Lenker gestellt (auf weiche Unter­la­gen achten, damit die Bauteile nicht beschä­digt werden) oder in einen Monta­gestän­der einge­spannt. Danach wird die Achse gelöst (Voll­ach­sen benö­ti­gen in der Regel einen Schrau­ben­schlüs­sel mit 15 mm Maul­weite, Schnell­span­n­ach­sen und Steck­ach­sen lassen sich ohne Werk­zeug lösen). Um beim Ausbauen den Reifen an den Felgen­brem­sen vorbei­zu­be­we­gen, können diese bei den meis­ten Brems­ty­pen ausge­hängt werden. Bei Schei­ben­brem­sen besteht dieses Problem nicht, es ist jedoch bei hydrau­li­schen Schei­ben­brem­sen wich­tig, dass die Brems­be­läge mit einem Stück Pappe oder einem extra dafür vorge­se­he­nen Plas­tik­teil ausein­an­der gedrückt werden, da die Brems­kol­ben nicht von allein zurück­fah­ren können. Beim Hinter­rad muss zusätz­lich die Schal­tung beach­tet werden: Bei Ketten­schal­tun­gen kann einfach das Schalt­werk zurück­ge­drückt werden (siehe Bild), bei Naben­schal­tun­gen hinge­gen muss die Schal­tung je nach Herstel­ler ausge­han­gen werden. Danach kann das Hinter­rad aus der Kette heraus­ge­nom­men werden.

Schritt 2

Nun sollte die Ventil­kappe entfernt werden und die rest­li­che Luft aus dem Schlauch gelas­sen werden. Auch die Mutter, mit der das Ventil an der Felge befes­tigt ist, kann gelöst werden.

Schritt 3

Danach kann der Reifen auf einer Seite mit Reifen­he­bern aus der Felge gehe­belt werden. Je nach Reifen ist teil­weise auch kein Werk­zeug notwen­dig. Für diesen Schritt soll­ten auf keinen Fall scharfe oder spitze Werk­zeuge verwen­det werden um Felge, Schlauch und Reifen nicht zu beschädigen.

Schritt 4

Im nächs­ten Arbeits­schritt kann der Mantel abge­nom­men werden, die Mutter vom Ventil und schluss­end­lich auch der Schlauch entfernt werden. Ist kein Loch im Schlauch vorhan­den, so kann der nächste Schritt über­sprun­gen werden.

Schritt 5

Beson­ders große Durch­sti­che des Mantels sind häufig bereits mit bloßem Auge zu erken­nen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man Löcher gut erken­nen, indem man den Schlauch etwas aufpumpt und versucht, das Zischen vom Entwei­chen der Luft zu veror­ten. Dabei kann man unter­stüt­zend den Schlauch mit einem feuch­ten Lappen abwi­schen oder unter Wasser halten. Nach­dem das Loch gefun­den wurde, kann er geflickt werden. Je nach konkre­tem Flick­set muss dazu meist der Reifen noch mit Schleif­pa­pier ange­raut und mit einem Löse­mit­tel bear­bei­tet werden. Häufig befin­den sich noch Scher­ben oder Steine, die den Plat­ten verur­sacht haben, im Mantel. Diese soll­ten eben­falls entfernt werden, bevor der Schlauch wieder in den Mantel gelegt wird.

Schritt 6

Sollte sich in der Innen­seite des Schlauchs ein Loch befin­den, so ist häufig ein verrutsch­tes oder beschä­dig­tes Felgen­band der Grund. Das Band sollte die Bohrun­gen für die Spei­chen bede­cken und nicht hervor­ste­hen oder verdreht sein. Um das Felgen­band zu erneu­ern, wird das alte Band wie ein Klebe­strei­fen aus der Felge gelöst, even­tu­elle Klebe­reste mit einem Lappen o.Ä. entfernt und durch ein neues ersetzt.

Schritt 7

Danach werden Mantel und Schlauch wieder über die Felge gestülpt. Sollte ein komplett neuer Schlauch verwen­det werden, empfiehlt es sich, diesen vorher ein wenig aufzu­pum­pen, damit er nicht geknickt oder verdreht montiert wird. Auch sollte die Rota­ti­ons­rich­tung des Mantels mit der des Rades über­ein­stim­men. Die vorge­se­hene Rich­tung ist am Mantel typi­scher­weise an den Außen­flä­chen mit einem Pfeil und dem Wort „Rota­tion“ markiert. Einige Mäntel haben aller­dings auch ein rich­tungs­un­ab­hän­gi­ges Profil. Die Reifen­he­ber können auch genutzt werden, um das letzte Stück über die Felge zu bringen.

Schritt 8

Jetzt kann der Reifen aufge­pumpt werden. Der vom Herstel­ler empfoh­lene Bereich ist übli­cher­weise auf den Seiten zu erken­nen. Ein zu nied­ri­ger Druck führt zu einem leich­te­ren Durch­ste­chen der Reifen und bei einem sehr nied­ri­gen Druck auch zu einem erhöh­ten Leis­tungs­ver­lust; ein zu hoher Druck hinge­gen verrin­gert den Komfort und kann dazu führen, dass der Reifen bei Belas­tung Platz. Beim Aufpum­pen sollte der Mantel gleich­mä­ßig in der Felge sitzen. In dem Bild ist dies aller­dings nicht der Fall: der Mantel ist nicht rich­tig in die Felge „gesprun­gen“; ein Teil des Schrift­zugs auf der Seiten­wand wird noch von dieser verdeckt. Abhilfe können hier eine Monta­ge­paste für Reifen, das Durch­kne­ten des Mantels mit den Händen oder auch tempo­rä­res Aufpum­pen mit einem höhe­ren Druck schaf­fen. Sitz der Mantel nicht gleich­mä­ßig in der Felge, kann der Schlauch durch Reibung beschä­digt werden und das Rad läuft unrund. Abschlie­ßend kann das Rad wieder analog zu Schritt 1 montiert werden.

Fahr­rad-Selbst­hilfe-Werk­statt

Katha­rina
fahrrad@studis-bht.de

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