Kritische Orientierungswoche

 

Zum ersten Mal findet mit dem Beginn des Sommersemesters 2018 eine kritische Orientierungswoche an der Beuth-Hochschule statt. Diese soll allen Studierenden – besonders allen Neuen – einen kritischen Einblick in gesellschaftliche, ökologische und politische Themen bieten und zur Reflexion der eigenen Rolle anregen.

Für zwei Wochen wollen wir die Uni wieder zu einem Ort machen, an dem zum kritischen Denken und zur Entwicklung neuer Perspektiven angeregt werden soll.
Alle Veranstaltungen sind kostenlos und offen für Menschen, die nicht an der Beuth Hochschule studieren. Programm zum Download: KOW_Programmübersicht

 

Donnerstag, 5.4.18 

Vortrag: Ausbau digitale Überwachung mit “Endstation Jetzt”

18:00 – 20:00 Uhr, Raum D136 H5

Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz, mobile Kamerawagen am Leopoldplatz und ein Volksbegehren fordert Tonaufnahmen an öffentlichen Plätzen?! In der Veranstaltung wird gezeigt, wie sich diese Projekte in einen kontinuierlichen Prozess des Ausbaus der Überwachungstechnologie (im öffentlichen Raum) einordnen lassen. Es wird der Kontext betrachtet in dem dies möglich wird und eine kritische Perspektive eröffnet. Dabei soll es über die Debatte um Datenschutz und Privatsphäre hinaus gehen. Es wird deshalb einen Fokus auf die Folgen für die Gesellschaft gelegt. Am Ende diskutieren wir noch über Möglichkeiten sich vor der Überwachung zu schützen und zeigen wie du aktiv werden kannst.

 

Infoveranstaltung: organize 2018 mit Hände weg vom Wedding

ab 20:00 Uhr, Café Cralle Hochstädter Straße 10 (Nahe U Leopoldplatz)

Auch 2018 hat sich die Wohnsituation in Berlin nicht verbessert. Zudem werden im Wedding die sozialen Spannungen immer spürbaren durch Luxus-Neubauten, Überwachung, Zwangsräumungen und Verdrängungen. Auch dieses Jahr wird es deswegen am 30.04. im Wedding eine mietenpolitische Demonstration geben, um die Menschen aufzurufen, sich zu organisieren und Widerstand gegen die Verdrängung zu leiste. Dazu werden am Abend des 5.04. Vertreter*Innen des Demo-Bündnisses über die Demo, Inhalte und Route berichten. Gleichzeitig können interessierte Menschen Kontakt aufnehmen, wenn sie sich selber in solidarischen Nachbarschaftsnetzwerken engagieren möchten oder selber bedroht sind.

 

Freitag, 6.4.18

Kino: Als Paul über das Meer kam

16:00 – 17:30 Uhr, Raum H6 D137

Mit Anwesenheit von Paul Nkamani

Paul Nkamani hat sich aus seiner Heimat Kamerun durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen, der entlang Europas Außengrenzen auf Recherchereise ist. Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte seiner Mitreisenden stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Nachdem Paul bereits zwei Monate in Abschiebehaft verbracht hat, findet Jakob ihn endlich in einem spanischen Rote-Kreuz-Heim wieder. Als Paul aufgrund der Wirtschaftskrise in Spanien beschließt nach Deutschland zu reisen, muss Jakob sich entscheiden: Soll er Paul aktiv bei seinem Streben nach einem besseren Leben unterstützen oder in der Rolle des beobachtenden Filmemachers bleiben? Viereinhalb Jahre nachdem Pauls Odyssee begonnen und er seine Mutter in Kamerun verlassen hat, zieht er zu Jakobs Eltern ins ehemalige Kinderzimmer des Regisseurs. Und doch bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss…

 

Podium: Wege von Kamerun nach Berlin

17:45 – 19:15 Uhr, Raum H6 D137

Nach einem Vortrag über Kamerun von Dorist Marcial Nguekam diskutieren wir mit Paul Nkamani und Studierenden der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Was waren die Beweggründe die eigene Heimat zu verlassen und nach Berlin zu kommen? Wie unterschieden sich die Wege der Studierenden von Paul Nkamanis Weg und warum? Wie geht es ihnen nun in Berlin, was ist besser, was ist schlechter? Was bereitet Schwierigkeiten im Alltag und könnten diese abgewehrt werden?

 

Montag, 9.4.18

Vortrag: Einführung in die Gemeinwohlökonomie

17:00 – 18:00 Uhr, Raum H6 D137

Unsere Lebensgrundlage steht vor allem aufgrund unserer kapitalistischen Lebensweise am Scheideweg. So langsam setzt sich aber ein Bewusstsein ein, dass wir ernsthaft! unser Verhalten ändern müssen. In bestimmten Teilen der Welt sind die Folgen bereits spürbar. Die Natur verändert sich langsam aber stetig aufgrund des menschlichen Einflusses.
Ziel einer gemeinwohl-orientierten Wirtschaftsweise ist die Schaffung hoher Lebensqualität für alle Lebewesen. Essentielle Werte bilden die Menschwürde, Respekt der Natur, globale Fairness und Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung.
Alternative Wirtschaftsformen mögen heute noch utopisch klingen, sind jedoch nicht nur vorstellbar, sondern auch möglich und früher oder später notwendig. Deshalb haben wir Grit Karen Hallal vom Verein Arbeitssinn erlebbar e.V. eingeladen uns die Theorie der gemeinwohl-orientierten Wirtschaftsform näher zu bringen.

 

Vortrag: Kritik am Nationalismus mit Thorsten Mense

18:00 – 20:00 Uhr, Raum H6 D137

Rechtspopulistische und neofaschistische Parteien feiern enorme Wahlerfolge, die Mehrheit der Bevölkerung Großbritanniens will die EU verlassen, Katalonien will endlich auch als Nation anerkannt werden und überall in Europa werden wieder Grenzzäune und Mauern hochgezogen. Der Nationalismus ist zurück, heißt es allerorts. Aber war er je weg? Was ist Nationalismus überhaupt? Und was bringt die Menschen im globalisierten 21. Jahrhundert dazu, für ihre Nation zu arbeiten, zu sterben, und vor allem für sie zu töten? In der Linken herrscht bis heute große Uneinigkeit bezüglich Nation und Nationalismus. Während im deutschsprachigen Raum «nationalistisch» mit rechtem Denken verbunden wird, gilt der Begriff in anderen Teilen der Welt als antiimperialistische Strategie emanzipatorischer Kämpfe. Aber im Nationalismus steckte von Beginn an beides: Der Wunsch nach Emanzipation ebenso wie Gewalt und Ausgrenzung. Nationalismus führte sowohl zur Befreiung als auch zu Massenmord, zur kollektiven Einforderung gleicher Rechte als auch zur Verweigerung derselben Rechte gegenüber Anderen. Eine Kritik muss jene Ambivalenz und Widersprüchlichkeit umfassen können. In seinem Buch Kritik des Nationalismus setzt Thorsten Mense Nationalismus als Ideologie in Zusammenhang mit Demokratie, Herrschaft und der kapitalistischen Moderne und entwirft das Bild einer Kritischen Theorie der Nation. Anhand der Geschichte des linken Nationalismus wird eine Kritik des Phänomens entwickelt, die all seinen Erscheinungsformen gerecht werden soll. Das Buch zeigt die Grenzen nationaler Befreiung auf und fragt nach den Möglichkeiten antinationaler Kritik. Thorsten Mense ist Soziologe, freier Autor und Journalist, u. a. für die Wochenzeitung Jungle World sowie das Monatsmagazin Konkret. Er promovierte bei Detlev Claussen zur Kritischen Theorie des Nationalismus und linksnationalistischen Befreiungsbewegungen in Katalonien und im Baskenland. Er ist Mitglied im Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) in Leipzig.

 

Dienstag, 10.4.18

Vortrag: Entstehung und Urasche von antimuslimischem Rassismus mit Prof Dr. Achim Bühl

16:00 – 17:45 Uhr, Raum H6 D137

Die Islamfeindlichkeit ist nicht erst mit dem 11. September 2001 entstanden, sie ist mehr als 1000 Jahre alt. Achim Bühl legt ihre Ursprünge offen und analysiert Akteure und Stereotype des aktuellen Diskurses. Die Sarrazin-Debatte des Spätsommers 2010 zeigt: Islamfeindlichkeit ist in der politischen Mitte Deutschlands angekommen. Doch viele Fragen gehen in der medial angeheizten Meinungsschlacht unter: Seit wann gibt es Islamfeindlichkeit? Wo liegt die Grenze zwischen legitimer Islamkritik und Islamfeindlichkeit? Was sagt der Islam wirklich? Gibt es »den Islam« überhaupt? Welche Stereotype sind im Umlauf? Darf man Islamfeindlichkeit mit Judenfeindlichkeit vergleichen? Welcher Begriff trifft es am besten: Islamophobie, Islamfeindlichkeit, antimuslimischer Rassismus, Antimohammedanismus, Anti-Islamismus oder Antimoslemismus? All diese Fragen diskutiert Achim Bühl. Dabei zeigt er: Die abwertenden Muster, welche die Islam-Debatte bedient, sind althergebracht und haben sich tief in das kollektive Bewusstsein Europas eingegraben. Stichpinkte:– Historische Ursprünge der Islamfeindlichkeit – Gegenbilder und Gegenrealitäten – Moderne Islamfeindlichkeit (u.a. Sarrazin-Debatte, Streit um das Kopftuch und den Bau von Moscheen, die Rolle der Printmedien und des Fernsehens) – Islamfeindlichkeit und Migration – Antisemitismus und Islamfeindlichkeit – Islamfeindlichkeit contra Islamophobie

 

Vortrag: Intersexion – Drittes Geschlecht und Menschenrecht

18:00 – 20:00 Uhr, Raum H6 D137

Der AStA lädt herzlich zusammen mit Queeramnesty Berlin zum Screening von „Intersexion“ ein. (Dokumentation, 68 min. Sprache: en Untertitel: de) Im Anschluss gibt es eine Inputrunde zur aktuellen gesetzlichen Situation für intergeschlechtliche Menschen in Deutschland Eine der ersten Fragen, die werdenden Eltern gestellt wird, lautet: “Wird es ein Junge oder ein Mädchen?” Was ist, wenn keine dieser beiden Kategorien zutrifft? Das ist gar nicht mal so selten der Fall! Intergeschlechtliche Kinder werden u.a. in Deutschland und Dänemark unumkehrbaren medizinischen Eingriffen unterzogen, die u.a. ihr Recht auf körperliche Integrität verletzen. Der im Mai 2017 veröffentlichten Amnesty-Bericht „Zum Wohle des Kindes?“ stellt fest, dass diese Eingriffe in den meisten Fällen medizinisch nicht notwendig sind und nur durchgeführt werden, damit die Kinder der Norm entsprechend wie „eindeutige“ Mädchen und Jungen aussehen. Die Konsequenzen der Operationen sind gravierend und können lebenslange negative Auswirkungen auf die Gesundheit, das Sexualleben, die Fruchtbarkeit, die psychologische Situation und auf die Geschlechtsidentität haben. Das Thema ist seit dem positiven Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2017 zur Schaffung eines Geschlechtseintrages jenseits von „männlich“ und „weiblich“ sehr aktuell. Die menschenrechtsverletzendes Eingriffe finden weiterhin statt.

 

Mittwoch, 11.4.18

Workshop: Skillsharing von Fahrradreperatur

10:00 – 20:00 Uhr, Fahrradwerkstatt

(Haus Bauwesen, Erdgeschoss gegenüber von der Mensa)

Dein Fahrrad ist mal wieder kaputt und du hast keine Kohle, um es reparieren zu lassen. Und eigentlich wolltest du schon seit längerem selbst mehr über Reparatur lernen um in Zukunft selbstständiger damit zu sein? Dann heißt die Antwort skillsharing! Komm zum Fahrradrepartur-Service und lass dir zeigen wie simpel es ist, sein Rad selber zu pflegen und zu reparieren. Unter Anleitung wird erklärt, wie die Werkzeuge heißen, welche es gibt und wie sie eingesetzt werden. Und natürlich lernst du auch was über dein Fahrrad.

 

Cryptoparty

14:00 Uhr – 18 Uhr, Raum FSR 6, B030

Cryptoparties werden weltweit von Freiwilligen organisiert, sind
unabhängig von Vorwissen, offen für alle und kostenlos. In der Regel
bereiten wir drei Themenfelder etwas genauer vor
– Verschlüsselt kommunizieren (Email, Messenger)
– Anonym surfen (TOR, Tails)
– Speichermedien verschlüsseln (Smartphones, Festplatten, USB-Sticks)
die wir im Laufe der Cryptoparty in kleinen Gruppen kennenlernen werden.
Du bist aber wie gesagt auch ausdrücklich dazu angehalten eigene
Beiträge, Anregungen und Fragen mitzubringen!
Wenn du das Gelernte gleich ausprobieren willst, bringe am besten einen
Laptop, oder ein Smartphone und einen USB-Stick mit.

Achso, damit wir alle eine gute Zeit haben, hier noch ein paar einfache
Prinzipien, an denen wir uns orientieren werden:

https://www.cryptoparty.in/code_of_conduct_de

 

Workshop: Argumentations-Training gegen Filterblasen und Echobunker

14:15  – 17:15 Uhr, A311

Dieser Workshop soll mehr Selbstvertrauen in Gesprächssituationen vermitteln. Er widmet sich allen derzeitigen rhetorisch-politischen Herausforderungen, die sich insbesondere durch den Aufstieg des Rechtspopulismus ergeben. Es geht darum, die eigene Linie souverän und konsequent vertreten zu können, schlagfertig zu agieren, Gefühle ansprechen und Ängste zerstreuen zu können. Es werden jedoch auch die Grenzen der Argumentation aufgezeigt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben Gelegenheit, gemeinsam ihre erlebten Provokationen mitzuteilen, vielfach gehörte politische Erklärungsmuster zu erörtern und erhalten Einblick in die Psychologie politischer Gespräche und Alltagsdebatten. Im Workshop werden Gegenpositionen zu Stammtischparolen gesucht und diskutiert. Aktiv geübt werden Selbstsicherheit und Argumentationsfähigkeit. Ein Workshop mit Moritz Kirchner, Dipl.Psychologe und Verhaltens- und Kommunikationstrainer, Ostdeutscher Meister im Debattieren 2011

 

Kino: Kaufen für die Müllhalde

18:00 – 19:30 Uhr, Raum H4 D118

Kaufen für die Müllhalde ist ein mehrfach preisgekrönter französisch-spanischer Dokumentarfilm der Regisseurin Cosima Dannoritzer aus dem Jahr 2010. Die Dokumentation befasst sich mit geplanter Obsoleszenz, der vom Hersteller absichtlich eingeschränkten Lebensdauer von Produkten, die den Absatz von Ersatzprodukten erhöhen soll. Neben der Behandlung konkreter Beispiele geht es um die ökonomischen und ökologischen Folgen der Konsumgesellschaft. Zu Wort kommt unter anderem der französische Ökonom und Philosoph Serge Latouche als Vertreter des Konzepts der Wachstumsrücknahme.

 

Donnerstag, 12.4.18

Workshop: Klimafrühstück

09:30 – 12:15 Uhr, Raum A127 – FSR2

Wir laden euch ein zu einem Frühstück, in dem wir gemeinsam erkunden, inwieweit unser Lebensmittelkonsum das Klima beeinflusst. Wir zeigen Alternativen auf, wie eine bewusste und schmackhafte Ernährung mit einer guten CO2-Bilanz aussehen kann. Kommt vorbei und probiert euch durch die verschiedenen Lebensmittel.

 

Kino: “Cowspiracy”

12:15 – 13:45 Uhr, Raum A127 – FSR2

“Cowspiracy: Das Geheimnis der Nachhaltigkeit” ist ein bahnbrechender Dokumentarfilm über die zerstörerischste Industrie der Welt, der tierischen Landwirtschaft. Der Filmmacher Kip Andersen untersucht, warum die führenden Umweltorganisationen der Welt zu viel Angst haben, darüber zu sprechen.Tierische Landwirtschaft ist die Hauptursache von Entwaldung, Wasserverbrauch und Umweltverschmutzung, ist verantwortlich für mehr Treibhausgase als die Transportindustrie, und ist ein Hauptantrieb der Zerstörung des Regenwaldes, Artensterben, Lebensraumverlust, Mutterbodenerosion, Ozean “tote Zonen” und praktisch jede andere Umwelt krank. Trotzdem geht es fast unangefochten weiter.Dieser schockierende und zugleich humorvolle Dokumentarfilm, zeigt die verheerenden Umweltauswirkungen der Massentierhaltung auf unserem Planeten und bietet einen Weg zu globaler Nachhaltigkeit für eine wachsende Bevölkerung.

 

Workshop: Repaircafé

14:00 – 18:00 Uhr, Raum A127 – FSR2

Ob ein Fahrrad, ein Fernseher oder eine Jeans, vieles verdient in unserer Wegwerfgesellschaft eine weitere Chance! Das Repair-Café soll als Anlaufstelle für Fragen und Ratschläge in entspannter Atmosphäre dienen. Laien soll durch gemeinsames Arbeiten die Angst genommen werden, Reparaturen selbstständig durchzuführen, um so Geld und Ressourcen zu sparen. Bringt mit was ihr schon immer mal reparieren wolltet.

 

Podium: Wohin steuert die Türkei mit Cansu Özdemir(Politikerin der Links-Partei), Rezan Aksoy (Co-Sprecher der HDK), Civaka Azad

18:00 – 20:00 Uhr, Raum H4 D112

Podiumsdiskussion über die aktuelle politische Lage in der Türkei, ihre Auswirkungen auf Deutschland und die Zukunft der deutsch-türkischen Beziehungen. Seit dem vermeintlichen Putsch im Sommer 2016 befindet sich die Türkei in einem dauerhaften Krisenzustand. Dabei sind Inhaftierungen, Folter und Verschleppung unter der AKP-Alleinherrschaft zum Alltag geworden und bestimmen das politische Klima. Die aktuellen Entwicklungen sind auch aus deutscher Sicht besorgniserregend, verbindet Deutschland und die Türkei doch seit Jahrzehnten eine enge politische Zusammenarbeit. Wie sieht die aktuelle politische Lage in der Türkei aus? Wie geht es weiter mit der Türkei, worauf steuert sie zu? Was ist die Strategie Erdogans? Ist eine politische Lösung der innen- und außenpolitischen Krise mit der AKP noch möglich? Wie sehen die deutsch-türkischen Beziehungen aus und wie werden sie sich entwickeln? Wie sehen die Autonomiebestrebungen der ethnischen Minderheiten am Beispiel der KurdInnen aus? Über diese Fragen möchten wir mit unseren Gästen diskutieren.

 

Kino: “Une vie du lutte” und “Paris rebell” von left report

20:00 – 21:30 Uhr, Raum E05 AStA

Une vie du lutte: Als am 05. Juni 2013 der antifaschistische Aktivist Clément Méric mit zwei weiteren Freunden mitten in der Pariser Innenstadt von 3 Neonazis angegriffen und ermordet wurde, sorgte dies kurzzeitig für einen Aufschrei über rechte Gewalt im Land. Fast zwei Jahre sind nun vergangen, die Tat und Clément bleiben jedoch unvergessen. Vor dem Kontext einer erstarkenden parlamentarischen Rechten, wie die Partei “Front National” sowie eines gesellschaftlichen Rechtsrucks in Frankreich und Europa, versucht der Film den Mord im Bewusstsein zu halten und die Tathergänge zu rekonstruieren. Die Bedrohung von rechts wird dabei skizziert und ein Einblick in die aktuellen antifaschistischen Kämpfe gegeben. Paris rebelle: Nach unserer Antifa-Doku „Une vie de lutte“ aus dem Jahr 2015 veröffentlichen wir nun die Dokumentation „Paris Rebelle – Zwischen Rechtsruck und Revolte“ über das Gedenken an den von Nazis ermordeten Antifaschisten Clément Méric, den französischen Ausnahmezustand und seine Auswirkungen auf den politischen Aktivismus, den andauernden Rechtsruck in Frankreich und soziale Kämpfe im Zusammenhang mit den Protesten gegen das „Loi El Khomri“, während denen nicht nur im ganzen Land gestreikt wurde, sondern die auch eine neue Protestbewegung namens Nuit Debout hervorbrachte und denen die Staatsmacht mit aller Gewalt und Repression begegnet. Im Rahmen unserer Dreharbeiten konnten wir zahlreiche Genoss*innen von der AFA Paris, La Horde, der CNT, der Rap-Kombo Première Ligne und viele weitere interviewen. Ein Film von der NEA, Left Report und Freund*innen. Die Macher*innen des Films werden anwesend sein.

 

Freitag, 13.4.18

Vortrag: Geschlecht und Sexualität – Eine verständliche Einführung in Gender Theorien für Studierende technischer Studiengänge Mit David Schmidt

14:15 – 16:15 Uhr, Raum H4 D118

Die Gender Studies (deutsch Geschlechterstudien, Geschlechterforschung) sind eine interdisziplinäre Forschungsrichtung, die nach der Bedeutung des Geschlechts für Kultur, Gesellschaft und Wissenschaften fragt. Sie sind vor allem in den Geisteswissenschaften beheimatet, gelangen mitunter jedoch auch in andere Forschungsbereiche. In der öffentlichen Debatte wird heftig über den Sinn und Unsinn von Gender Theorien gestritten. Trotz der heftigen Debatte ist teilweise relativ wenig über Gender Theorien bekannt. Der Vortrag dient dazu Studierenden technischer Studiengänge mit Gender Theorien bekannt zu machen. Im Anschluss darf gerne über Sinn und Unsinn der Gender Theorien diskutiert werden.

 

Kino: “Before The flood”

16:30 – 18:30 Uhr, Raum H4 D118

Before the Flood ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm von Fisher Stevens nach einem Drehbuch von Mark Monroe, der am 9. September 2016 im Rahmen des Toronto International Film Festivals seine Premiere feierte. Im Film äußern sich prominente Führer und Politiker, mit denen sich der Schauspieler Leonardo DiCaprio trifft, zu den Folgen des Klimawandels. Hierzu gehören der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon, die ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, seinem Außenminister John Kerry, aber auch Papst Franziskus.

 

Samstag, 14.4.18

Mieten-politische Demo: “Widersetzen”

“In Berlin werden Menschen durch steigende Mieten verdrängt. Mietwohnungen werden in Eigentum umgewandelt. Nachbarschaften werden zerstört. Soziale Einrichtungen und Gewerbetreibende finden keine bezahlbaren Räume mehr. Die Obdachlosigkeit wächst. Rassismus und Diskriminierung erschweren zusätzlich die Wohnungssuche. Selbst am Stadtrand gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. 74% sehen in den hohen Wohnkosten eine Gefahr, die Wohnung zu verlieren oder zu verarmen.* Fast die Hälfte der Berliner Mieter*innen befürchtet, sich in den nächsten 2 Jahren die Wohnung nicht mehr leisten zu können…” lies den ganzen Aufruf und informier dich über die Aktionstage vom 04. bis zum 14.April hier: http://mietenwahnsinn.info/

14:00 Uhr, Potsdamer Platz

 

Montag, 16.4.18

Vortrag: Feminismus und Frauenbefreiung –

Geschichte und Kritik am bürgerlichen Feminismus. 

15:00 -18:00 Uhr, Raum H6 D137

Mit dem allgemeinen Wahlrecht, der Gleichstellung und mit dem Diskriminierungsverbots sind Frauen Männern formal gleichgestellt. Gleichzeitig ist Sexismus, Diskriminierung und Unterdrückung Alltag. Geringere Entlohnung bei gleicher Tätigkeit und Frauen in der Hausarbeit keine Seltenheit. Wie ist das zu erklären? Wir wollen untersuchen welche Unterschiede zwischen dem bürgerlichen Feminismus und der proletarischen Frauenbewegung und anderen Theorien wie der Triple-Oppression-Theorie existieren, sowie aufzeigen wie Frauenunterdrückung mit der Ökonomie und der sozialen Schichtung der Gesellschaft zusammenhängt und welche Strategie zur Frauenbefreiung notwendig ist.

 

Podium: TVSTud und Fragen der gewerkschaftlichen Organisierung

18:00 – 19:00 Uhr, Raum H6 D137

In der Diskussionsveranstaltung wollen wir die Geschichte des Tarifvertrags der studentischen Beschäftigten (TV Stud) erzählen, also wie der Tarifvertrag erkämpft worden ist und wie sich die Situation seit dem ersten Abschluss 1981 und seit 2001 verändert hat. Des Weiteren wollen wir die aktuelle Kampagne und die Forderungen des TV-Stud 3 vorstellen, sowie auch über die Stärken und Schwächen der Bewegung diskutieren und welche Taktik und welche Strategie für einen Erfolg notwendig sind.

Mehr Infos:

https://tvstud.berlin/

 

Dienstag, 17.4.18

Ausstellung: iAnimal

10:00 – 16:00 Uhr, Foyer Grashof

iAnimal ist ein Virtual-Reality-Projekt, welches dem Zuschauer einen authentischen Einblick in Mastbetriebe und Schlachthäuser erlaubt. Modernste Technologie vermittelt eindringlich, wie es sich anfühlt, ein Tier in der Fleischindustrie zu sein. Durch die 360°-Erfahrung finden sich die Zuschauer selbst als Tiere wieder und erleben hautnah den brutalen Alltag in den Betrieben. Mit einer interaktiven Website und VR-Brillen-optimierten 360°-Videos schafft iAnimal ein unvergleichliches Erlebnis, das alle Sinne anspricht und nachhaltig bewegt

 

Vortrag: Einführung in die Kapitalismuskritik mit Matthias Ubl

15:00 – 18Uhr, D320

It’s not you. It’s capitalism –
Einführung in die Kapitalismuskritik
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit leben wir in einem echten Weltsystem: dem
Kapitalismus. Dieser ist jedoch weit davon entfernt, ein gutes, würdevolles Leben für alle
Menschen zu ermöglichen. Ganz im Gegenteil: 8 Männer besitzen so viel Geld wie die ärmere
Hälfte der Menschheit. Die ökologische Zerstörung des Planeten schreitet, scheinbar unaufhaltsam,
voran. Millionen müssen jeden Tag ums überleben kämpfen oder sich an unmenschliche
Arbeitsbedingungen anpassen. Doch warum ist das alles so? Im Workshop wollen wir unter
Bezugnahme auf die Grundkategorien von Marx’ Kapital einige Funktionsweisen des Kapitalismus
herausarbeiten. Es soll außerdem diskutiert werden, inwiefern Marx als Klassiker der
Kapitalismuskritik heute noch aktuell ist und warum wir überhaupt eine Theorie des Kapitalismus
brauchen. Es soll gezeigt werden, dass die Kritik des Kapitalismus als »Motor der Verschärfung von
Einzelkrisen« (Raul Zelik) wieder in den Fokus linker Politik rücken muss. Anschließend daran,
wollen wir Perspektiven zur Überwindung des Kapitalismus diskutieren.

 

Podium: Faschismus und Rechtspopulismus – Entstehung des Faschismus und Rechtspopulismus und wie man ihn bekämpft aus drei verschiedenen Perspektiven.

18 Uhr – 20:00, Raum H6 D137

Nicht erst seit dem Erstarken von AfD und Pegida stellt sich in der linken und antifaschistischen Bewegung immer wieder die Frage, was “der richtige Weg gegen Faschismus” sei oder was der Grund für Faschismus ist. Dieser Frage wollen wir auch ein wenig nachkommen und wollen zusammen mit verschienden Vertreter*innen von Gruppen und Bündnissen einen Überblick geben, welche antifaschistischen Analysen und Perspektiven es gibt. Dazu wird unter anderem die Perspektive aus Autonomer und kommunistischer Sicht erklärt und auch eine Kritik an staatliche und auch zivilgesellschaftlichem Engagement geäußert. Natürlich wollen wir mit euch ebenfalls Diskutieren, wie wir aus den Erkenntnissen weiter machen können und was vielleicht der richtig Anknüpfungspunkt ist, um rassistische, nationalistische und faschistische Tendenzen auch im eigenen Umfeld keinen Nährboden zu bieten.

 

Mittwoch, 18.4.18

Vortrag: Einführung in den Queerfeminismus mit Queertopia

16:00 Uhr – 21:00 Uhr, C1102

„nein, nein das ist nicht der queer_feminsmus“
in diesem workshop werden wir uns mit dem thema queer_feminismus
beschäftigen. dazu werden wir folgende fragen bearbeiten:
was bedeutet queer_feminismus? wodurch unterscheidet sich
queer_feminismus von anderen feminismen? was sind (aktuelle) ziele des
queer_feminismus? wie können wir queer theorie und intersektionalität
mit unseren handlungen verbinden?
der workshop findet in deutscher lautsprache (mit flüsterübersetzung auf
englisch) und ist offen für alle geschlechter. der raum ist rauchfrei
und ist wie die toilette mit dem rollstuhl zu erreichen.
veranstaltet von queer_topia* (queertopia.blogsport.de).
dauer: 5 stunden

 

Kino: “Inside Job”

16:00 Uhr – 19:15 Uhr, Raum H4 D112

Vom Oscar-Gewinner Charles Ferguson stammt “Inside Job”, der erste Film, der die schockierende Wahrheit über die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 präsentiert. Der globale Finanzcrash, der über $ 20 Billionen verschlang, führte dazu, dass Millionen von Menschen ihr Zuhause und ihren Job verloren. Auf der Grundlage von umfassenden Recherchen und Interviews mit einflussreichen Branchenkennern, Politikern und Journalisten zeichnet “Inside Job” den Aufstieg einer skrupellosen Branche nach und enthüllt die korrosiven Beziehungen zwischen korrupten Politikern, Regulierungsbehörden und der akademischen Welt.

 

Donnerstag, 19.4.18

Vortrag: Wohnverhältniss von Studierenden in Berlin und wie sich zur Wehr gesetzt werden kann mit der Berliner Mietergemeinschaft

15:00 Uhr – 18:00 Uhr, Raum H4 D112

 

Kino: “Memoria Viva – Lebendige Erinnerung”

18 – 20:30 Uhr, H4

Die spanische Confederación Nacional del Trabajo, die CNT, ist eine legendäre Gewerkschaft. Während des Spanischen Bürgerkriegs war sie die Speerspitze gegen den faschistischen Putsch General Francos und gleichzeitig der Motor einer Sozialen Revolution, die zumindest für kurze Zeit zeigte, dass eine menschliche Gesellschaft möglich ist. Bereits in den Jahren zuvor erkämpfte sie Rechte, die in Zeiten des Neoliberalismus wieder utopisch scheinen. Und trotz Niederlage und Repression gibt es sie immer noch. “Memoria Viva” erzählt die über hundertjährige Geschichte dieser anarchosyndikalistischen Gewerkschaft aus der Sicht ihrer Protagonisten – einfachen Arbeitern und Arbeiterinnen. Mit ihnen erleben wir ihre Geschichte, ihre Kämpfe, ihre Hoffnungen und Erwartungen. Eine Reise in die Utopie derjenigen, die eine neue Welt in ihren Herzen tragen.

 

Freitag, 20.4.18

Kiezspaziergang: Stadtspaziergang zu neoliberaler Stadtumstrukturierung

15:00 Uhr – 18:00 Uhr, Leopoldplatz

Auch der Wedding ist längst kein Ort mehr für alle Menschen. Ständige Polizeikontrollen, steigenden Mieten oder Stress auf Ämtern – das sind nur einige Beispiele für Prozesse von Ausgrenzung und Verdrängung. Auf diese Weise erfahren immer mehr Menschen die Auswirkungen einer kapitalistischen Marktlogik tagtäglich am eigenen Leib. Trotzdem werden solche Prozesse einer neoliberalen Stadtumstrukturierung von den Verantwortlichen vor Ort oft geleugnet. Wir wollen uns mit euch in einem zweistündigen Spaziergang durch den Kiez auf die Suche nach Orten der Verdrängung und Ausgrenzung, aber auch des Widerstandes machen. Die Veränderungen in der Stadt sind nicht natürlich, sondern von Menschen gemacht. Wer ist verantwortlich? Wer profitiert? Wer ist betroffen? Und wie kann gemeinsam Widerstand geleistet werden? Das sind nur einige Fragen, die wir versuchen wollen zu beantworten.Die Themenfelder umfassen dabei steigende Mieten, Zwangsräumungen, Rassismus im Alltag, Lagerindustrie, soziale Ausgrenzung und vieles mehr.

 

Janus Slam (Poetry-Slam)

ab 18 Uhr, Ingeborg Saal

Janus Slam #3

 

Samstag, 21.4.18 & Sonntag, 22.4.18 ENTFÄLLT 

Workshop: Kritischer Blick auf Entwicklungszusammenarbeit

14:00 – 20:00 Uhr, TU Berlin –